Die Herstellung von Pflanzenöl
Bevor Pflanzenöl hergestellt werden kann, müssen
zuerst die Pflanzen gesät werden und heranwachsen.
Die Vorbereitungen für den Landwirt beginnen schon Jahre vor dem aussäen und
zwar mit dem Erstellen eines Fruchtfolgeplanes. Mit Hilfe des Fruchtfolgeplanes
erarbeitet der Landwirt ein System, wo auf seinen Feldern, er welche Kultur, in
welchem Jahr anpflanzen kann. So gibt es Kulturen, die nicht aufeinander
folgend angepflanzt werden dürfen, weil sie sich nicht vertragen (gleiche
Familie z.B. Kreuzblütler, Leguminosen) oder weil sie Krankheiten und
Schädlinge übertragen.
Wenn die Pflanzen ausgesät sind, brauchen sie
eine gewisse Pflege. Der Landwirt muss regelmässig die Kulturen kontrollieren.
Gegen Sommer, wenn die Pflanzen in die Blüte kommen, erfreuen sich viele
Menschen an der Blütenpracht der Sonnenblume oder des Rapses. Auch Soja hat eine
Blütezeit, nur sind die Blüten nicht so auffällig wie beim Raps. Nach der
Blütezeit beginnen die Samen zu reifen.
Die reifen Samen werden mit dem Mähdrescher geerntet und
anschliessend in eine Getreidesammelstelle geführt. Da der Mähdrescher die
Samen nicht genügend sauber reinigen kann, müssen sie in der
Getreidesammelstelle gereinigt und anschliessend getrocknet werden. Damit aus
den Samen das Öl gepresst werden kann, dürfen sie höchstes 6 - 8%
Feuchtigkeit haben. Bei der Rapsernte hat man einen Feuchtigkeitsanteil von 10 -
12% und bei der Soja sogar bis 16% oder mehr.

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Die nun trockenen Samen können zu Öl verarbeitet werden. Öl
wird heute mit modernen Seiherschneckenpressen hergestellt. Eine solche
Seiherschneckenpresse verwenden wir ebenfalls. Das Funktionsprinzip ist einfach,
eine konische Schneckenwelle erfasst an ihrer dünsten Stelle das Pressgut und
befördert es in Längsrichtung durch den Seiherkorb. Da sich die Schnecke
verdickt, wird ein immer grösserer Druck auf die Ölsaat ausgewirkt und das
Öl wird aus den Samen gedrückt. Am Ende des Seiherkorbes wird der Kuchen ausgestossen. Dieses Funktionsprinzip ermöglicht eine
kontinuierliche Verarbeitung. Vorne laufen die Samen in die Presse hinein, unten
fliesst das Öl ab und am Ende wird der Kuchen aus der Presse gedrückt. Der
Presskuchen kann als hochwertiges Tierfutter verwendet werden.
 Bei der Herstellung von kaltgepresstem Pflanzenöl werden die
Samen und die Presse nicht vorgewärmt. Kaltgepresstes Öl wird bei normalen
Raumtemperaturen hergestellt. Die Samen werden in der Presse durch die Reibung
erwärmt, das Öl wird aber nur kurz auf etwa 40 - 50° C erwärmt, noch bevor
das Öl in das Auffanggefäss tropft, hat es die Raumtemperatur wieder angenommen.
Dabei fallen beim Raps nur ca. 30% Öl an, obwohl die Pflanze 40 - 42% Fett hat.
Bei der industriellen Herstellung von Speiseöl hingegen, wird die Saat und die
Presse erhitzt und chemische Hilfsmittel beigesetzt, damit auch noch der letzte Rest an Öl ausgepresst werden kann.
Nach dem Kaltpressen stellen wir das Öl an einen kühlen dunklen
Ort und lassen es ca. 10 bis 14 Tage stehen. In dieser Zeit setzen sich
die Schwebestoffe (pflanzliche Rückstände aus dem Pressvorgang), und das
Öl lässt sich abschöpfen. Anschliessend wird das Öl mit einem
Papierfilter filtriert und in Flaschen abgefüllt. Zum Schluss werden die Flaschen
etikettiert und zum Verkauf bereit gestellt.
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